Mt. Everest – Dünne Luft auf 6400 m

30 Apr 2017
von Kari Kobler

Ich bin nun das 17. Mal im ABC und immer wieder ist es erstaunlich wie sich auf 6400 m langsam eine Mattscheibe bildet, der erste Tag ist noch locker, nur hat man schneller kalt als üblich, dann kann ich schlafen wie ein Verrückter, 10 Stunden pro Nacht. Pinkeln ist aber ein grosses Thema in den ersten 2 bis 5 Nächten. Pro Nacht 4 bis 6 Mal aufstehen und es werden am Schluss um die 3 Liter, die rauskommen. Oh, jetzt denkt jeder das hat mit dem Alter zu tun. Kann ich noch locker verneinen, denn Zuhause hält es mein Tank immer noch gut und gerne eine Nacht aus ohne die Toilette aufsuchen zu müssen.
Das ist eine von vielen Unannehmlichkeiten, die sich vor allem an Anfang der Adaption einstellen.

Und während diese Unannehmlichkeiten im Körper so seinen Unfug treiben, sollte man einen möglichst stilvollen Bericht schreiben. Für einen Bergführer wird dies zur grösseren Herausforderung als die Besteigung des Mt. Everest.

Die erste Gruppe erreichte gesund und vor allem sehr fröhlich das Basislager auf 5200 m.
Am 21. April stiegen Julia Schulz, Angus Caithness, Mark Cadman, Paul Fox, Bruno Hufschmid und Julian Beermann, Bergführer, in 2 Tagen ins ABC auf 6400 m auf. Ingrid Schittich, Ralf Dujmovits sowie Kari Kobler folgten ihnen zwei Tage später. Und heute am 30. April erreichten Mark Ineichen, Karsten Lafranz sowie Klaus Tscherrig, Bergführer, das Basislager und werden am 4. April in ABC gelangen. Die drei Nachzügler sowie Ralf Dujmovits haben sich vorgängig im Khumbutal akklimatisiert. Ralf hat dabei den Cholatse bestiegen und Marc, Karsten und Klaus bestiegen den Island und Lobuche Peak.

Ralf Dujmovits hat ein sehr grosses Ziel, er möchte den Mt. Everest ohne Sauerstoff besteigen und dies in seinem noch jungen Alter von 55 Lenzen. Er wäre der zweitälteste Mensch und dies nur wegen 100 Tagen, doch Ralf sieht dies sportlich, wir beide schmunzeln auch ein wenig darüber.
Es macht mich aber sehr stolz, dass er die Besteigung mit K&P und Kari ausgesucht hat. Ich denke er möchte einfach die optimalsten Bedingungen vorfinden um die Besteigung gesund und erfolgreich abschliessen zu können. Zum guten Glück habe ich breite Schultern, sonst würden sie schon wegen dieser Verantwortung einbrechen.

Gestern ging die erste Gruppe zum Northcol und hat dort übernachtet. Sie kommen heute Sonntag wieder ins ABC, um dort das kommende Wetterfenster das sich ab dem 5. Mai einstellt, abzuwarten.
Morgen Montag folgen dann Ingrid und Ralf, um die erste unangenehme Nacht im Northcol über sich ergehen zu lassen.

Sobald sich der Kari-Power wieder einstellt werde ich den nächsten Bericht schreiben. Dann mit etwas Hintergrundinfos zum Berg, die es in sich haben.

Euer Kari

Den Weg der Expedition verfolgen:

https://www.kobler-partner.ch/de/reise/mount-everest-nord-de-april-2017-2599