27 Feb 2015
von Kari

Die Vorbereitungen in Nepal zu den Frühlings-Expeditionen laufen langsam an. Nach dem Losar-Fest wird mit Hochdruck daran gearbeitet.

In Kathmandu geniesse ich auch die Einladungen zum Neujahrsfest der Tibeter und Sherpas. Sie feiern das neue Jahr mit vielen sogenannten „Picknick Parties“. An diesen Parties treffen sich Talgemeinschaften zu Hunderten und beglückwünschen erfolgreiche Sherpas. Und es werden auch Sponsoren wie K&P geehrt. K&P unterstützt die Schule von Takschindu. Der Ort liegt auf dem Weg von Jiri nach Lukla wo viele unserer Sherpas beheimatet sind.

Jedes Jahr geht es zur selben Zeit nach Kathmandu. Ich plane dann viele Kleinigkeiten, die jedoch den grossen Unterschied ausmachen, wie abchecken ob die grossen Funkgeräte doppelt vorhanden sind oder der Rahm und die Rahmbläser noch OK sind. Ob die Zelte passen und ob wir noch welche bestellen müssen. Mit den Sirdars besprechen, welche Sherpas zu welcher Expedition fahren und welcher genau mitkommt. Dank dem das K&P einen sehr guten Namen unter den Sherpas hat, können wir aussuchen wer mit uns fahren darf, somit stehen K&P die besten Sherpas zur Verfügung.

In den letzten Jahren hat sich in Nepal sehr viel verändert.

Viele Nepali und somit auch Sherpas wandern aus, versuchen ihr Glück in allen Herren Länder, auch über abenteuerliche Wege. Kathmandu-Hongkong-Singapur, mit dem Schiff nach Chile, weiter nach Bolivien und dann auf irgendwelchen Schleichwegen nach Mexiko und am Schluss in die USA. Für dieses Abenteuer bezahlen sie gut und gerne USD 35'000. Es ist mir ein Rätsel woher sie dieses Geld haben und was sie für Vorstellungen vom „gelobten“ Land haben. Dies ist keine erfundene Geschichte, dieses Abenteuer unternimmt z.B. gerade die Frau eines Sherpas von K&P. Das verrückte ist, sie haben Kinder. Weitere Beispiele gibt es genügend, denn die Flugzeuge nach Qatar sind platschvoll mit Nepalesen die Arbeit suchen. Oder eben die Grosse Welt.

Doch kommen wir wieder zurück in die nicht immer heile Welt Nepals. Viele Nepalesen haben es verstanden, dass dies keine Lösung sein kann, doch noch nicht viele haben es verstanden, dass die Veränderung vor Ort stattfinden muss. Vielleicht schafft es die Jugend. Gestern Abend habe ich junge Nepalesen Händchen haltend und eng umschlungen durch die Strassen laufen sehen. Vor 5 Jahren noch ein unvorstellbares Bild.

Nach einem kurzen Einblick in die Welt Nepals doch wieder zurück zu den Expeditionen, die meine kleine Welt bedeuten und mit der ich versuche den Menschen hier eine Möglichkeit zu geben, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Ein paar Worte zu einem Thema das mir immer wieder auf dem Magen liegt:

Mit Flaschen-Sauerstoff oder eben ohne Flaschen-Sauerstoff bergsteigen wurde zu einer Religion und alle Religionen die man fundamentalistisch betreibt sind unheimlich!

Sauerstoff schützt uns normale Menschen vor Erfrierungen, Hirnschäden und vielen anderen kleinen Schäden, die die Höhe verursachen kann.
Dies ist der Grund warum K&P viel Energie in die Verbesserung des Flaschen-Sauerstoff investiert.

Auch wieder so kurz wie möglich den Ablauf zur Verbesserung der Versorgung mit Sauerstoff:

  • 2006: Erstes Meeting mit Henry Todd, Russel Brice und Kari Kobler um die alten Flaschensauerstoff-Systeme (Poisk) zu verbessern.
  • Im gleichen Jahr Treffen mit R. Perren, einem Gast von K&P. Dabei erhielten wir sehr wichtige Informationen über neue Regulatoren und dass diese auf dem Markt erhältlich sind. Also mussten wir diese nur ein wenig umgestalten. Ein eigenes System ist nicht finanzierbar.
  • 2009: Marko Reuss begleitet K&P auf der Everest Expedition, anschliessend entwickelt Marco den ersten wirklich guten Sauerstoff-Regler.
  • 2010 wird der Sauerstoff-Regler eingesetzt und dabei machen wir wirklich gute Erfahrungen, da eine Flasche Sauerstoff auf einmal länger zur Verfügung steht, da weniger Sauerstoff verloren geht.
  • Ab 2010 Weiterentwicklung der Regulatoren und Sauerstoffmasken.
  • 2013 sind die Regulatoren und Sauerstoffmasken soweit fortgeschritten, dass sie zu einer grossen Hilfe werden und nicht wie die Poisk-Masken und -Regler nur lästig waren.
  • 2014: K&P setzen am Everest 190 in Europa neu entwickelte Sauerstoff-Flaschen ein.
  • Ich denke kaum, dass dies der Abschluss der Entwicklung ist.

Ich freue mich, nach dem 5. April wieder vor Ort zu sein und die neuen Unternehmen starten zu lassen.

Herzlichst Kari Kobler