Ankunft im Basislager Nord des Mt. Everest

16 Apr 2015
von Clemens Strauss aka Kurt Dattinger

Die Expedition hat sich nun also im nördlichen Basislager vor dem Everest eingerichtet. Für Urs Bernhard, Holger Birnbräuer, Richi Bolt, Mark Cadman, Angus Caithness, Markus Fahrni, Paul Fox, Alois Fuchs, Reinhard Grubhofer, Kari Kobler, Verena Rohrer, Silvan Schenk, Gerd Schütz und den Berichterstatter selbst beginnt nun das eigentliche Abenteuer Everest. Für jeden nach seiner Art. Die Leidenschaft und Vorfreude, die positive Anspannung und die Entschlossenheit sind freilich allen ins Gesicht geschrieben.

Das Basislager ist mit so viel Annehmlichkeiten und mit so viel Liebe zum Detail ausgestattet, dass die Kunden der Mitbewerber und die Tagestouristen das Messezelt in der Tat bereits als Sehenswürdigkeit besuchen. Kari hat sichtlich seine kindliche Freude daran, was er hier auf die Beine stellt. Und man vergönnt ihm diese Freude. Denn man ahnt, welcher Aufwand hinter dieser Logistik steckt. Nicht genug zu belobigen und zu bewundern ist übrigens auch die Heerschar an Sherpas, die für all das unter Karis strenger Aufsicht sorgt. Die Leute wirken motiviert, kundig und liebenswürdig. Man fühlt sich unter ihnen schlicht wohl.

Degeneriert hier ein Abenteuer zum Luxusurlaub? Keineswegs: Kari sorgt nur dafür, dass wir den Herausforderungen und Gefahren, die der Everest für jeden seiner Besucher erbarmungslos bereit hält, nach Möglichkeit gewachsen bleiben. Und dazu gehört vornehmlich die Bewahrung der körperlichen Unversehrtheit und der Willenskraft. Wer da behauptet, der Everest sei heutzutage ein Spaziergang, ist herzlich dazu eingeladen, diesen vermeintlichen Spaziergang mit uns zu unternehmen. Man wird sehen, wie lange der solches Behauptende diese seine ignorante Behauptung aufrecht erhalte. Nein, das wisset: Die Besteigung des Everest ist und bleibt ein Abenteuer und eine Herausforderung an Körper, Wille, Verstand und Mut, auch wenn man die lange Zeit der Akklimatisierung unter Inanspruchnahme einiger Annehmlichkeiten verbringt, wie wir es uns gestatten und wie Kober & Partner es uns gewähren.

Der Weg hierher von Kathmandu über Lhasa, Gyantse, Shigatse und Chegar verlief übrigens organisatorisch klaglos, wenn man mich fragt. Für den Perfektionisten Kari gab es da und dort freilich doch etwas zu beanstanden. Wir Reisenden hätten ohne Karis Kritik gar nicht Notiz davon genommen. Die Unterbringung und die Verköstigung auf dieser Reise hätte nicht besser sein können. Und ich weiss, wovon ich rede, habe ich doch die Anreise durch Tibet vor einigen Jahren auch mit einem Mitbewerber von Kobler & Partner absolviert.

Der Gesundheitszustand der Gruppe ist den Umständen entsprechend gut. Holger Birnbräuer, Angus Caithness und Reinhard Grubhofer haben sich freilich erkältet. Wir sind aber dessen zuversichtlich, dass die bereits eingetretene Besserung schon in wenigen Tagen zu vollständiger Genesung führen wird. Auch einige andere Wehwehchen geben naturgemäss Laut. Nichts, das indes zu veritabler Beunruhigung Anlass gäbe.

Die Höhe spüren wir mitsammen allemal. Wir dürfen nun nur nicht den Fehler begehen, uns unnötig zu belasten. Sachte heisst die Devise. Der Körper hat genug damit zu tun, mit den sparsamen Bedingungen der Natur zurande zu kommen.

Mit Richi Bolt haben wir einen sichtlich gelassenen und routinierten (und auch strengen, wenn es denn sein muss) Bergführer an der Spitze.

Ich selbst, Clemens Strauss, der ich mich aus kindischem Spleen gern "der Dattinger“ nennen lasse, stehe jedenfalls einmal mehr vor Jomolungma in Ehrfurcht und Lust. Werde ich den Gipfel erreichen? Ich weiss es nicht. Was ich aber weiss, ist, dass, wenn es gelänge, ein nicht geringer Anteil daran Erfolg Kobler & Partner zu danken wäre. Denn ich fühle mich rundum bestens betreut.

Was für eine Schwärmerei!, wird der eine oder andere Leser nun denken. Und hätte Recht mit dieser seiner Beurteilung meines Berichts! Ja, ich schwärme! Weil ich Grund dazu habe.

Clemens Strauss aka Kurt Dattinger, Everest Base Camp North, April 16th, 2015