28 Dez 2015
Unterwegs zum Cerro Vallecitos
von Reinhold und Pia

Vor einer Woche – via Santiago di Chile - erwartungsvoll in Mendoza angekommen: Andrea Jacomet (Bergführerin), Reinhold und Pia. Largo, der einheimische Bergführer, holte uns ab und brachte uns zum Hotel. Dank ihm erhielten wir die für den Aconcagua-Nationalpark nötigen Dokumente problemlos. Übrigens sind wir hier vier Stunden hinter der Schweizerzeit. Die lokale Währung ist der Peso, aktuell 13 Pesos = ein Franken.

Am Dienstag, 22. Dezember ging es locker per Auto zur Hütte San Bernardo auf 2900 m.ü.M. Unterwegs begeisterten uns 20 kreisende Kondore und eine Gruppe Guanacos. Am nächsten Morgen ging es auf eine erste Akklimatisationswanderung zum Arenales (3376 m) und dem Lomas Blancas (3642 m). Die Bergflora und die Vogelwelt beeindruckten.
Am Donnerstagmorgen übergaben wir je 10 Kilo Material (Zelte, Schlafsäcke, Küche, Steigeisen u.a.) den drei Trägern. Nach vier Stunden erreichten wir durch die immer karger werdende Landschaft das Lager 1, Piedra Grande, auf 3565 m. Die Höhenlage und das heisse Wetter erlaubte nur ein gemächliches Tempo. Immer wieder kreuzten wir die Wege mit den bergtüchtigen Guanacos. Bei der Ankunft waren unsere beiden Zelte schon aufstellt. Die nächste Wasserquelle war nur 10 Min. abseits.
Der Festbraten am heutigen Weihnachtsabend bestand aus gefüllter Pouletbrust, Gemüsereis und verschiedenen Süssigkeiten. Die Vollmondstimmung liess uns singen.

Freitag: Aufstehen 07.30 h. Schon Sonne beim Frühstück. Träger sind auf 10.00 h bestellt. Ankunft in Lager 2, Salto de Agua (4215m): 13.20, Zelte sind aufgestellt. Die Trägerin Jessica aus Chile beeindruckte mit ihrem Hund, der ihr jeweils bei Nebel den Weg weist. Jessica ist sowohl Bergführerin als auch Trägerin.

Samstag, 26.12.: Aufstehen um 4 h, Andrea bringt Kuchen und Panetone und Heisswasser für Tee und Kaffee ans Zelt. Abmarsch mit Taschenlampe um 5 h, Ankunft auf dem Cerro Vallecitos,12.15 h. Der anstrengende Aufstieg, teilweise mit Steigeisen, brachte Reinhold dazu, trotz gemächlichem Tempo, etwas Gepäck abzugeben. Selbst der Gipfelanstieg war technisch nicht fordernd. Largo führte uns sehr umsichtig und Schritt für Schritt auf den 5470 m hohen Gipfel. Die Rundsicht war klar, die Temperatur sehr angenehm, der Blick zum Aconcagua lockend. Das Gefühl unseren Akklimatisationsgipfel erreicht zu haben, macht uns für die kommenden zwei Wochen vorsichtig zuversichtlich.
Ankunft zurück im Lager Salto: 15.15 h - ausruhen - Zvierikaffee und auf Nachtessen warten.

Sonntag: zurück zur San Bernardo Hütte und Fahrt runter ins Mendozatal, unterwegs überrascht von Gewitter mit Hagel und starkem Regen. Die Ankunft im Grand Hotel Uspallata verspricht uns einen erholsamen nächsten Tag. Wir sind im Jahr des El Niño, was auch das Gewitter von gestern erklärt. Dies widerspricht der Bedeutung des Wortes Uspallata, was in der Sprache der Huarpe soviel bedeutet wie «heisser Ort mit viel Sonne ohne Regen». Die ungewöhnliche Wetterlage strapazierte die Passstrasse zum Cristo Redentor mit Erdrutschen. Unser Ruhetag liegt also genau im Programm, denn morgen wird die Strasse wieder offen sein.

28.12.2015, Reinhold und Pia